Marilyn Manson verheimlichte seine Malerei


Marilyn Manson wollte keine Popstar-Kunst verbreiten.

Der exzentrische Sänger (‚Tainted Love‘) mit dem Hang zum Morbiden enthüllt im Interview mit der ‚Süddeutschen Zeitung‘, warum er seine Kunstwerke so lange Zeit vor der Öffentlichkeit verheimlichte. Momentan sind 20 Aquarelle Mansons in der Kunsthalle Wien unter dem Titel ‚Genealogies of Pain‘ zu sehen. Angeblich malt Manson schon länger, als er Musik macht. Erst 2004 erklärte der 41-jährige Gothic-Star, dass er seit mehreren Jahren Aquarelle malt.

„Früher war ich diskret, ich wollte, dass meine Malerei nicht mit dem Glanz und dem Bonus eines Popstars assoziiert wird“, so Manson. „Die Leute sollten die Bilder um ihrer selbst willen lieben. Das hat sich jetzt geändert. Wenn Sie demnächst etwas von Marilyn Manson kaufen, müssen Sie vielleicht nicht mehr in einen Plattenladen gehen, sondern ins Museum.“

Die Ideen für seine Kunst holt sich Manson, der bürgerlich Brian Hugh Warner heißt, übrigens aus Polizeiakten. „Elizabeth Short, die Frau auf meinem Bild ‚Schneewittchen‘, ist ein Abbild des amerikanischen Traums – und des amerikanischen Albtraums. Sie gewann Preise, wollte berühmt werden und landete aufgeschlitzt in einem Park, mit zu einem Lächeln vernähten Lippen. Genauso war Marilyn Monroe die Lichtfigur der Amerikaner, aber sie wurde drogenabhängig und beging Selbstmord. Oder Charles Manson, der verurteilte Mörder von Sharon Tate, obwohl er eigentlich nie jemanden umgebracht hat… Überall in diesen Figuren gibt es das Helle und das Dunkle. In Amerika will man das nicht wahrhaben. In unserer Kultur gibt es den Good Guy und den Bad Guy und dazwischen nichts.“ Und er verrät, warum besonders Marilyn Monroe und Charles Manson ihn zu seinem Künstlernamen inspirierten: “ Ich heiße ja auch nicht umsonst Marilyn Manson, weil ich Wert auf diese Polaritäten lege, die es in jedem Menschen gibt.“

‚Genealogies of Pain‘ mit Kurzfilmen von David Lynch und Aquarellen von Marilyn Manson hat noch bis 25. Juli geöffnet.