Neuer Bond-Song von Sam Smith – das ist alles?

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Bereits in den Sechzigern waren die Titelsongs der James-Bond-Filme ein Markenzeichen der Reihe – viele sind heute Klassiker der Filmmusik. Jetzt versucht der britische Sänger Sam Smith in die Fußstapfen von Shirley Bassey, Nancy Sinatra und Tom Jones zu treten. Doch sein Lied „Writing’s On The Wall“ für den neuen Bond-Film „Spectre“ will nicht so wirklich überzeugen.

„Thunderball“, „We Have All The Time In The World“, „Goldfinger“ und „Live And Let Die“ – allesamt Songs, die unverkennbar mit James Bond verbunden sind – und viel mehr als untermalende Filmmusik darstellen. Die Titelsongs gehören zu James-Bond-Filmen wie schöne Frauen, geschüttelte Martinis, atemberaubende Verfolgungsjagden und dämonische Bösewichte. Daher ist die Erwartungshaltung entsprechend, wenn ein neuer Song im Vorfeld des Filmstarts rauskommt.

Der langweiligste Bond-Song aller Zeiten?

Gerade hat der britische Sänger Sam Smith („Stay With Me“) seinen Beitrag zu dem neuen Bond-Spektakel „Spectre“ (Start: 5. November) veröffentlicht: „Writing’s On The Wall“. Der Song beginnt mit einem charakteristischen Orchesterintro, doch dann wird es etwas beliebig. Smith seufzt sich geradezu durch das Stück, das nicht so recht im Ohr hängenbleiben will. Entsprechend hart ist das Urteil: Im Internet empört man sich über „langweiligsten Bond-Song aller Zeit“, eine gewohnt übertriebene Aufregung der digitalen Welt, die durch heftiges Teilen nicht überzeugender wird.

Link zum Song:

Seit Jahren gab es keinen richtig guten Bond-Song mehr

Denn auch wenn Smith‘ Song unspektakulär ist, so reiht er sich doch ein in die wenig überzeugenden Bond-Songs der letzten Jahrzehnte. Der letzte markante Bond-Song war „Goldeneye“ von Tina Turner (1995), der sich wiederum deutlich an „Goldfinger“ orientiert hatte. Aber er blieb zumindest im Ohr hängen. Danach gab es Songs, die wie Bond-Themes aus dem Computer wirkten („The World Is Not Enough“ von Garbage) oder so gar nicht zu James Bond passten („You Know My Name“ von Chris Cornell und „Another Way To Die“ von Jack White und Alicia Keys).

Das Problem liegt in der Erwartungshaltung: Ein James-Bond-Song soll wie ein James-Bond-Song klingen und gleichzeitig mit einem aktuell populären Interpreten aufwarten. Am Ende rennen alle nur den Klassikern aus den Anfängen hinterher – mit bekannt durchschnittlichem Ergebnis. Wer einen Bond-Song hören will, wird im Zweifelsfall „Goldfinger“ auf seine Playlist setzen – und nicht „Writing‘s On The Wall“.

 


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